Lage

Weinbaugebiet Südoststeiermark, nördlichste Lage in der Steiermark, Gemeinde Grafendorf bei Hartberg, Ortsteil Reibersdorf, 460 m NN.

südseitig, auf terrassiertem Gelände. Terrassen vermutlich römerzeitlich – einer naheliegenden „römischen Villa“ zugehörig.

Geologie

Braunerde bis Rendzina über Kalksandstein („Muschelkalk“). Ablagerung aus dem Sarmat , einem flachem Nebenmeer des mittleren Bereiches der Parathetis (vor 12,7 bis 11,6 Mill. Jahren). Die kalkigen Sedimente bestehen vor allem aus Foraminiferenschalen (Foraminiferenkalk) in die einzelne Muschel- und Schneckenschalen eines immer brackiger werdenden flachen Meeres eingelagert sind. Die im Weingarten vorkommenden zahlreichen Onkolithen lassen auf ein ehemals flaches, warmes und ruhiges Meer mit starkem Bewuchs an Wasserpflanzen schließen. Im mittlerem Bereich liegt nur eine dünne Schichte sandigen Bodens über dem Kalksandstein. Diese besitzt daher geringe Wasserspeicherkapazität.

Flora und Fauna

Die Vegetation der Böschungen ist kräuterreich und bunt und entspricht der Vegetation eines Halbtrockenrasens, eines ökologisch wertvollen Wiesentyps, der in Mitteleuropa schon sehr selten geworden ist. Diese Böschungen machen etwa 50% der Gesamtfläche aus und werden von uns speziell gefördert, um die hohe Diversität an Pflanzen und Tieren zu erhalten. Auf diese Weise bildet der Weingarten eine ökologische Insel im der umgebenden Agrarlandschaft. Die Förderung besteht in der Verhinderung der Verbuschung und einer jährlich einmaligen Mahd. Das Mähgut wird entfernt, um eine Düngung zu verhindern. Die artenreiche Fauna zeigt zahlreiche wärmeliebende Arten von Schmetterlingen, Käfern, Hymenopteren, Heuschrecken, Dipteren, Schnecken, Spinnen etc. und eine starke Population der Zauneidechse. Die Artenvielfalt des Weingartens wird fotographisch dokumentiert und ständig durch neue Belege erweitert.